Die Digitalisierung ist über die letzten Jahrzehnte nicht nur in der Unternehmens-Infrastruktur angekommen, sondern inzwischen auch an so ziemlich jedem Schreibtisch, was tägliche Herausforderungen mit sich bringt. Wie Unternehmen mit den Veränderungen im Alltag umgehen, damit beschäftigt sich auch das Netzwerk des dänischen Wirtschaftsexperten Janus Boye, der mit seiner Masterclass zu diesem Thema am 4. Mai zu Gast im byte5-Büro ist. Sabine Beck, die die Netzwerkgruppen seines Unternehmens J. Boye im deutschsprachigen Raum moderiert, verrät im Interview, was hinter den neuen Anforderungen steckt und warum gerade in der heutigen Unternehmenswelt Zusammenhalt untereinander alles ist. 

Inwiefern hat sich die Bedeutung von Arbeitsplatz-Digitalisierung in der Praxis tatsächlich verändert?
Sabine Beck: Immer mehr Mitarbeiter und Führungskräfte machen Erfahrungen damit. Der "digital workplace" wird immer präsenter und wirft viele Fragen auf. Fakt ist: "Arbeitsplatz-Digitalisierung" bedeutet Veränderung. Diese ist zunehmend komplex und kurzfristig. Und sie berührt alle Faktoren des Arbeitslebens - vom Schreibtisch bis zum Führungsstil. Die Veränderungen um die eigentliche Digitalisierung herum muss man eigentlich mehr begreifen und managen als die neuen digitalen Möglichkeiten an sich. Mit einem Digital Workplace kann man immer mehr machen. Es sind aber ganz neue Fähigkeiten gefragt, solche Arbeitsplätze auszufüllen.

SB Bw

Gibt es Beispiele an denen das besonders deutlich wird?
Sabine Beck: Zwei Beispiele fallen mir sofort ein. Erstens der starke Fokus auf das Thema Change bei unserem Event. Jeder Speaker hat einen anderen Schwerpunkt, aber das Thema Veränderung beschäftigt sie alle. Der Change ist die große Herausforderung! Zweitens die Suche nach passenden Qualifikationen und Job-Descriptions für den Digital Workplace. Klassische Berufsbilder funktionieren nicht mehr. Ein Mitglied aus unserem Netzwerk, Führungskraft in einem Schweizer Finanzinstitut, sagte mir vor kurzem, dass er Hybrid-Rollen für sein Team braucht. Spezialisierung in IT oder Marketing reicht für den Digital Workplace nicht mehr aus.

Kann man sagen inwiefern der Wandel betroffene Firmen fordert – bzw. gar überfordert?
Sabine Beck: Es gibt tatsächlich sowohl Forderung als auch Überforderung. Die Forderungen kommen von der Außen- und Innenwelt des Unternehmens. Man will mithalten und mitmachen bei der Digitalen Transformation. Das fordern Medien, Kunden, aber auch Mitarbeiter. Komplexität und Schnelligkeit bringen die Überforderung - gepaart mit der Schwierigkeit, genau zu verstehen und zu definieren, was man da tut oder tun sollte.

Was empfehlt ihr als Strategie, diesen Prozess „unbeschadet“ zu durchlaufen?
Sabine Beck: Das hört sich jetzt simpel an - und ist es vielleicht auch: Voneinander lernen und Wissen teilen. Es ist das Credo unseres internationalen Netzwerks mit seinen peer-to-peer-Gruppen. Es erdet und inspiriert ungemein, wenn man weiß, wie es die anderen tun. “Voneinander lernen” ist auch eine Art Leitlinie für die digitale Welt. Nutzerorientierung und Design Thinking sind dort zentrale Schlagworte . Diese Methoden konsequent umzusetzen, fordert allerdings ein fast revolutionäres Umdenken und ein neues Mind-Set. Langjährige Projektpläne verabschieden sich.  Das Machen in kleinen Schritten mit möglicher Verbesserung zählt, oft in ungewöhnlich kombinierten Teams. Das ist für viele ganz neu und bislang eher “nicht erlaubt”.  Womit wir wieder beim Thema Veränderung sind. Man braucht Mut, gemeinsam Dinge zu probieren und viel Bekanntes loszulassen.

Eines der Kernthemen ist die Frage, wo digitale Freiheit in der Kommunikation an Grenzen stößt. Kann man diese Frage in wenigen Sätzen beantworten?
Sabine Beck: Ein sehr spannendes Thema! Die digitalen Kanäle und Plattformen sorgen für Dialoge und Diskussionen, die früher nie geführt worden wären. Man muss sich damit auseinandersetzen und das ist gut so. Gleichzeitig gibt es in jedem System oder Unternehmen Inhalte, mit denen man sensibel und sorgsam umgehen muss, um Ziele zu erreichen oder auch Schäden und Irritationen zu vermeiden. Hier stößt man an Grenzen. Dies in der digitalen Welt zu steuern, ist eine zunehmende Herausforderung für Kommunikationsverantwortliche.

Wer sind die Speaker, die bei der Veranstaltung ihre Erfahrungen teilen?
Sabine Beck: Alle Speaker sind Freunde oder auch Mitglieder des J. Boye Group Netzwerkes. Sie kommen aus verschiedenen Branchen, internationalen Berufsfeldern und Unternehmen. So können wir das Thema "Digital Workplace" umfassend unter die Lupe nehmen und mit den Gästen diskutieren. Das war uns für die Veranstaltung wichtig. Alle teilen unsere Haltung, dass es Sinn macht, offen und auf Augenhöhe Wissen zu teilen und voneinander zu lernen. Wir freuen uns wirklich sehr, dass sie alle dabei sind!

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