Seit diesem Sommer qualifizieren fünf Zertifizierungskurse .NET-Entwickler auf dem Weg zum Umbraco Certified Master. Der erste der Reihe – Umbraco Fundamentals, wo die Grundlagen des dänischen Open-Source-CMS auf dem Programm stehen – eignet sich jedoch auch fabelhaft für Redakteure.

Irgendwann ist es soweit, da kann ich den „Yellow Screen of Death“ (YSOD) einfach nicht mehr sehen. „Falsch! Falsch! Falsch!“, brüllt die Seite mir entgegen, wirft wirre Wörterfolgen aus, die mich als gelernte Sprachwissenschaftlerin, Journalistin und Übersetzerin schon zur Weißglut bringen würden, hätte ich den Fehler im System nicht selbst verursacht. Und überhaupt einen Ansatz von Erklärung dafür, warum auch mein zweiter Versuch, das noch unidentifizierte Problem zu beheben mal wieder ins Leere gegangen ist. „Ich bin Journalist, kein Entwickler!“, schießt mir eine Abwandlung des Leib-und-Magen-Satzes von Dr. Leonard McCoy durch den Kopf – und doch lerne ich an diesem Tag mehr über Umbraco als in all den Monaten vorher.

Als Content-Redakteurin bei byte5 verwende ich das dänische Open-Source-CMS fast täglich in meinem beruflichen Alltag. Ich arbeite damit, ich schreibe darüber, arbeite eng mit Entwicklern zusammen, die über die Zeit einen Teil ihres Wissens mit mir teilen – zumindest versuchen, mir nachvollziehbare Antworten zu geben, wenn ich neugierig Fragen zu ihren aktuellen Projekten stelle. Es sind die Menschen, die auch mit mir im Fundamentals-Training sitzen. Menschen, die Studium und Ausbildung als Entwickler gerade erst abgeschlossen haben. Solche, die seit Jahren mit dem System arbeiten, einzig und allein ihre verfallene Zertifizierung für die inzwischen veraltete Version 4 nacharbeiten müssen und mir locker auch mal über die Schulter sehen können, um dafür zu sorgen, dass ich eine Menge aus dem Training mitnehme. Denn irgendwie lässt sich jeder Fehler beheben, findet sich jeder Typo, der sich irgendwann in den Code eingeschlichen hat. Und irgendwann sieht auch meine Umbraco-Seite so aus wie sie nach Anwendung der Best-Practices aussehen soll.

Die Grundlagen von Umbraco

Im „Umbraco Fundamentals“-Kurs geht es wie der Name schon sagt um die Grundlagen des CMS, um eine ganze Menge von dem, was sich selbst für mich hinter den Kulissen des Arbeitsalltags bei byte5 abspielt. Der Kurs verleiht 100 Zertifizierungspunkte – führt also zu Station eins der Zertifizierung, dem Umbraco Certified Professional. Im Fokus stehen das Aufsetzen einer Umbraco-Instanz, die Arbeit mit den ersten einfachen document types und der Wandlungsfähigkeit und Flexibilität, die mit ihnen ins System einzieht. Es ist dieses Kapitel, das mir selbst als Redakteur und Seiteneditor mit vorhandenen HTML-Kenntnissen zeigt, wie einfach der Aufbau von Textfeld, Media Picker und Co. sein kann. Und Ideen bringt, wie bestimmte Dinge in Zukunft noch einfacher, schöner und schneller umzusetzen sind – einfach weil man für einige Stunden hinter die Logik eines Systems geblickt hat, das man sonst eher oberflächlich kannte. Dazu kommen Übungen zur zweisprachigen Umsetzung von Seiten, der Aufbau einfacher Blog- und Galerie-Strukturen, die Integration und Anpassung bestehender Templates sowie einfachen Formularen mit Umbraco Forms.

Umbraco Certification Frankfurt

Verändert hat sich der Fundamentals-Kurs seit meiner Zertifizierung als „Umbraco Certified Professional“ vor allem dahingehend, dass das Training nur noch einen statt zwei Tage dauert, einfach weil das CMS sich nach dem Aufbau des Kurssystems mehr und mehr vereinfacht hat. Dazu kommt der Zugang für alle Teilnehmer zu Umbraco Cloud, was das Aufsetzen einer lokalen Entwicklungsumgebung und somit einen guten Teil der Vorarbeit erspart. Umbraco ist moderner geworden – auch das ist eine Erkenntnis, die man als Redakteur mitnehmen kann, gerade vielleicht wenn die eigene Seite gerade kurz vor einem Relaunch steht.

Nächster Kurs im September

Und auch die Sache mit dem YSOD hat eine gute Eigenschaft, wie ich am Ende des Tages erkenne. Denn die Warnung, dass ein Fehler die Seite vom Laden abhält, hat schließlich den tieferen Sinn, den Code frei von Fehlern zu halten. Damit bringt einen der YSOD immer wieder dazu, einen schärferen Blick für Fehler zu entwickeln, die vielleicht nicht immer ohne die Hilfe eines Entwicklers zu beheben sein mögen. Eine grobe Marschrichtung und Erstdiagnose vorgeben zu können, ist aber auch für den Redakteur ein verdammt gutes Gefühl und spart selbst den geübten Entwickler-Kollegen eine Menge Zeit.

Der nächste und letzte „Umbraco Fundamentals“-Kurs für dieses Jahr startet am Montag, 11. September um 9 Uhr im byte5-Trainingsraum im Frankfurter Ostend. Dazu gibt es –wie auch für den Rest der Schulungswoche zum Umbraco Certified Master – noch wenige Tickets für Kurzentschlossene. Alle Termine für 2018 werden wir hier in Kürze bekanntgeben.

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