Inzwischen hat es sich als Tradition etabliert, dass wir unseren Partner Janus Boye, seines Zeichens Digitalpionier und Gründer des Digitalprofi-Netzwerks Boye & Co, zum Jahresabschluss für unseren Blog interviewen. Auch in diesem Jahr geht es wieder um die Entwicklungen des zurückliegenden Jahres und um die digitalen Herausforderungen, vor die uns uns das kommede Jahr stellt: Headless, AI, Datenethik und so manches mehr. 

 

Janus, die Frage zuerst, die ich dir in jedem Interview zum Jahresende stelle: Inwieweit haben sich deine Vorhersagen von vergangenem Jahr bewahrheitet? Welche Veränderungen hast du 2019 auf dem Markt festgestellt?

Janus BoyeWas für ein Jahr! Content is king – das war letztes Jahr so und er bleibt auf weiterhin auf dem Thron. Aber was 2019 betrifft, habe ich noch nie eine solche Kombination aus Begeisterung, Investitionen und aufregenden digitalen Projekten erlebt. Es macht wirklich Spaß, an der Schnittstelle von Content, Digitalem und Innovation zu arbeiten.

Künstliche Intelligenz ist dabei, Teil des Alltags zu werden, und ich freue mich dabei auch über ein gesteigertes Bewusstsein und Verständnis für Datenethik. Müssen wir so viele Daten sammeln? Es ist nicht nur eine strengere Gesetzgebung, sondern vor allem die Verbraucher, die Veränderungen fordern. Ich gehe davon aus, dass dies zu mehr Innovation und letztendlich zu Verbesserungen in der Gesellschaft führen wird.

Auf dem Markt hält die Explosion von Content-Tech-Anbietern an und bestehende Anbieter – wie Umbraco – beschleunigen das Tempo, jetzt auch mit einem Headless-Ansatz.

Wie du sagst, hat Umbraco mit „Heartcore“ 2019 ein Headless-CMS auf den Markt gebracht. In welcher Form werden Headless- und klassische Content-Management-Systeme nebeneinander bestehen?

Headless bietet Flexibilität bei der Arbeit mit Content-as-a-Service. Konkurrierende Anbieter wie Contentful und Kentico bieten Headless-Lösungen schon länger an, und ich bin der Meinung, dass die erfahrenen Käufer diesen Content-First-Ansatz sehr schätzen. Es bleibt noch viel zu tun, um die Lernkurve zu verkürzen, und gleichzeitig Websites schnell und sicher zu machen.

Auf absehbare Zeit wird es weiterhin einen großen Markt für den klassischen CMS-Ansatz geben, der sozusagen ein fertig geschnürtes Paket bietet. Viele Kunden werden mit diesem Ansatz neue Projekte starten und von einem zum anderen migrieren. Ich sehe den Headless-Ansatz vor allem an den Rändern, aber auch für diejenigen mit Fachkenntnis. Sie können Headless nutzen, um Mikroservices aufzubauen und ihre digitale Erfahrung zu optimieren.

Welche Themen werden 2020 im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit stehen? Welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen?

Aus Kundenperspektive finde ich ein Wiederaufleben von Open-Source wirklich interessant. Ähnlich wie beim Datenschutz ist es ein Bereich, in dem Deutschland in der EU führend ist. Es gibt inzwischen auch viele proprietäre Anbieter oder kommerzielle Open-Source-Produkte wie Umbraco. Ich gehe auf Kundenseite von einer zunehmend starken Nachfrage nach Open-Source-Produkten aus, während auf Seite der Unternehmen das Bedürfnis größer werden wird, wiederverwendbare und gemeinsam nutzbare Komponenten einzusetzen. Denn so können die Kosten gesenkt und das Innovationstempo erhöht werden.

Janus Boye mit Chris Köhler

Wir haben das Problem von Content-at-Scale noch nicht gelöst. ContentOps ist das neue Buzzword, das versucht, die Lücke zwischen Strategie und Ausführung zu schließen. Ich bleibe optimistisch, dass dies dazu beitragen wird, die neuen Best-Practices für Content-Manager voranzutreiben.

Und zuletzt: Was lernen die Schüler in der Schule? Websites werden immer komplexer und das traditionelle, monolithische CMS wird von unterschiedlichen Kräften auf eine Zerreißprobe gestellt. Die steigenden Erwartungen, die Entwicklung von Cloud-First-Lösungen, API-gesteuerten Headless-CMS und die moderne Frontend-Entwicklung werden sich noch in vollem Umfang bemerkbar machen. Bleibt dran. 2020 verspricht eine sehr interessante Reise zu werden!

Auch wir sind sehr gespannt auf das kommende Jahr und wünschen unseren Lesern ein gesundes und gutes Jahr 2020!

Lesen Sie, wie rapide sich die digitale Welt in den vergangenen Jahren entwickelt hat – in den Interviews zum Jahreswechsel 2017/2018 und 2018/2019.

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